Montag, 10. Januar 2011

Sightseeing im Morgengrauen

Wir erreichten Moskau relativ zentral und entschlossen uns, uns den Aufenthalt bis zum Abflug zu einer kurzen Sightseeing-Tour zu versüßen. Wir gaben das Gepäck in der lokalen Gepäckaufbewahrung am Bahnhof ab und erleichterten uns zunehmend die Tour. Nach kurzem Fußmarsch ging es in die Metro und ab mit Linie 1 zum Roten Platz. Von dort aus starteten wir einen kleinen Rundmarsch um Kreml, Lenins Grab, die weltbekannten Zwiebeltürme und die Bibliotheka Lenina. Da alle Geschäfte noch geschlossen und die meisten Russen wohl noch im Bett, war es ein sehr angenehmes Besichtigen mit viel Platz für Fotos.

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Gegen 10 Uhr hatten wir die wichtigsten Sachen begutachtet und entschlossen uns, den Weg zum Flughafen anzutreten. Also: Gepäck abholen, Tickets für den Express Aeroport gekauft und ab zum Flughafen. Schurik's Insider Tipp für alle Moskau-Besucher, die mit dem Flieger anreisen: der Express Aeroport ist die schnellste, günstigste und entspannendste Art und Weise, um zum Flughafen zu kommen. 300 Rubel für jede Menge Platz und fast waagerecht einstellbare, massagesesselanmutende Sitze zum Schlafnachholen.

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Hier sitzen wir nun am Flughafen, genießen die letzten Stunden unserer grandiosen Reise und können als Fazit folgendes feststellen: Russland hat viel zu bieten, wesentlich mehr als man denkt, die Leute sind gastfreundlich, hilfsbereit und aufgeschlossen und mit ein wenig Sprachkenntnis kommt man auch in abgelegeneren, nicht-englisch-sprachigen Regionen von A nach B, wenn auch manchmal über C.

An dieser Stelle möchten wir uns bei allen, die diese Reise so unvergesslich gemacht haben bedanken. Allen voran unserer Managerin Anna, die uns in vielen Situationen eine große Hilfe war und bis zuletzt treu begleitet hat. Auch danken wir allen, die uns in ausweglos scheinenden Situationen stets unter die Arme griffen, sodass man sagen kann, das Glück war uns in Form vieler Einheimischer in den unterschiedlichsten Lagen hold. Und natürlich den Sponsoren, die uns mit Kleidung, finanziellen Mitteln und guten Tipps zur Verfügung standen. Und allen Lesern dieses Blogs, die ihn so überraschend beliebt und erfolgreich gemacht haben!

Nun trennen sich die Wege des erfolgreichen Trios. A fliegt nach München, während J und F nach Berlin reisen. Dennoch wird es stets die große Reise von J.A.F. gewesen sein.

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J.A.F.

Transsibirirsche Regeneration

Nachdem wir unser letztes "In-Room-Breakfast" zugenommen hatten, verbrachten wir die restliche Zeit bis zur Abfahrt des Zuges in der Hotellobby mit dem ein oder anderen Nickerchen. Gegen 12.45 wurden wir von unserem Rallyetaxi in Form eines turbogetriebenen, vollverspoilerten Höllengefährts aufgelesen, um den Weg zur Transsib anzutreten. Jens zündete zum Abschluss noch einen verspäteten Silvesterknaller, leider jedoch etwas zu früh, noch innerhalb seines Rucksacks. Hierzulande bestehen die Böller aus Melnik-Bierflaschen, welche hervorragende Symbiosen mit Funktionsunterwäsche und Handtüchern eingehen. Mit der Unterstützung des Portiers ließen sich zumindest grobe Spuren beseitigen, sodass außer ein paar Splittern und etwas Biergeruch nichts zurückblieb.
Am Bahnhof wurden wir standesgemäß von unserer Managerin verabschiedet. Als kleines Abschiedsgeschenk bekam jeder seine maßgeschneiderte Madrushka überreicht. Etwas wehleidig brachte sie uns zum Zug und wünschte uns eine gute Reise.

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Pünktlich um 13.53 verließ der Zug 095H den Bahnhof Omsk in Richtung Moskau. Vor uns standen 42h Aufenthalt in einer bis 30 Grad warmen, ungelüfteten, drei Quadratmeter großen Klimakammer, in Begleitung des ein oderen stillen, russischen Mitreisenden. Wir verbrachten die Zeit bis zum Abendbrot mit aus-dem-Fenster-schauen, philosophieren und Tee trinken, stets in Begleitung wehleidiger Gefühlsmomente. Die Temperaturen im Abteil regten unsere Experimentierfreudigkeit zur Kühlung der Lebensmittel an, sodass wir eine der Einkaufstüten zum Hängekühlschrank an der vereisten Fensterscheibe mit Haltegardinenleiste umfunktionierten.

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Nach dem Abendbrot gegen 18.30 Uhr wurden wir relativ schnell müde und schliefen in unserer Koje, untermalt vom monotonen Rattern des Zuges dementsprechend fix ein. Somit verpassten wir unseren Nachtaufenthalt in Yekaterinburg und die Überquerung des Urals, was uns in Anbetracht der Uhrzeit bei Aufbleiben sicher dennoch keine guten Fotos oder Ausblicke gewährt hätte. Nach gefühlten 100 Stunden Schlaf, überraschend bequem, wachten wir schweißgebadet püntklich zum Mittagessen auf und gönnten uns eine wohlschmeckende Spezialität in runder Feinkostverpackung der Firma Doshirak, in Fachkreisen 4-Minuten-Terrine genannt, wahlweise in den Geschmacksrichtungen Huhn und Rind, bzw. nach unserem Empfinden Nudeln scharf oder unscharf. Fleischliche Beilagen traten in seltenen Fällen in Form von Emulgaten E45 und E72 auf. Dennoch sehr lecker.
Nach dem Mittagessen widmeten wir uns wieder dem intensiven Nichtstun und der Schweißproduktion. Gen Osten wurde die Landschaft malerischer und die Temperaturen wärmer.

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Gegen 17.00 Uhr erreichten wir Kasan für etwa 30min Aufenthalt. Wir nutzten die Zeit für einen kurzen Ausstieg zum Luftschnappen und Wodka-im-Schnee-Kühlen, wo wir an der Tür von russischen Einheimischen mit tonnenweise Fisch und anderen Köstlichkeiten empfangen wurden.

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Leider mussten wir beim Versuch der Vodka-Kühlung ernüchternd feststellen, dass die Kühlleistung des örtlichen Gleises in keinster Relation zu unserem Omsker Hotelfensterbrett stand, sodass wir uns nach dem Wiedereinstieg in den Zug mit etwa 15 Grad warmen Altai-Vodka zufrieden geben mussten. Dementsprechend sahen auch die Gesichtszüge beim Verzehr aus. Nachdem der Vodka alle und die Augen schwer wurden, nahmen wir ein letztes Mal unsere Schlafpositionen ein, wohlwissend, dass wir gegen 5 Uhr in Moskau ankommen werden.

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Vom Wecker gegen 5 aus dem Schlaf gerissen, packten wir unsere Taschen, räumten das Abteil und erreichten Moskau um 5.35 Uhr.
Auf zur Stadtführung im Morgengrauen!!

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